Ein Businessplan in 10 Minuten, und ich wollte ihn nicht mal lesen
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Als Experiment habe ich mir von KI einen Businessplan schreiben lassen. Nach zehn Minuten hatte ich ihn in der Hand und wollte ihn nicht mal lesen.
Ich wusste: Das ist ein künstliches Produkt. Er sah aus wie ein Businessplan, aber ich wusste damals noch viel zu wenig über mein Business, um einen vernünftigen Plan zu machen – so hab ich ihn verworfen. War das Zeitverschwendung? Ressourcenschonend war es auf jeden Fall nicht.
Es gibt immer was zu tun
Wird irgendwo ein Zeitfenster frei, erledigt man eine Sache, die sonst liegen geblieben wäre. Mit KI passiert dasselbe, nur in einem anderen Maßstab: Man hat nicht unbedingt weniger Arbeit, man nimmt sich von vornherein mehr vor. Man macht Dinge, einfach weil man es kann, nicht weil man sie braucht.
Das hat auch eine gute Seite. Man probiert aus. Wie könnte ein Businessplan aussehen, den ich noch nie geschrieben habe? Genau so ist mein Experiment entstanden.
Nur: Das Material sammelt sich an, und vieles davon ist unbrauchbar. Damit bin ich nicht allein. In einer Befragung von Forscher:innen der Stanford University und von BetterUp Labs gaben rund 40 % der befragten Beschäftigten an, schon „Workslop“ bekommen zu haben: KI-Inhalte, die poliert aussehen, aber keine Substanz haben.
Was die Waschmaschine kann
Ein Waschtag konnte früher mehrere Tage dauern: einweichen, in Lauge kochen, auf dem Waschbrett reiben. Die Historikerin Ruth Schwartz Cowan hat für die USA nachgezeichnet, dass eine Hausfrau 1950 allein schaffte, wofür ein Haushalt hundert Jahre früher drei bis vier Personen brauchte.
Weniger Arbeit wurde es trotzdem kaum. Die gewonnene Zeit floss in zusätzliche Arbeit, die Ansprüche wuchsen mit. Bei KI sieht es bisher ähnlich aus: Eine Studie mit rund 25.000 Beschäftigten in Dänemark kommt auf eine Zeitersparnis von im Schnitt rund 3 %.
Und doch macht die Waschmaschine etwas richtig. Sie wäscht nicht nur schneller, sondern auch besser. Denn sie wurde mit genau dem Wissen gebaut, das es für saubere Wäsche braucht: Wasser und Seife, Umdrehungen und Wäschemenge im richtigen Verhältnis.
Wer dieses Wissen nicht hat, lässt die Wäsche eine Stunde durch die Luft wirbeln. Sauberer wird sie davon nicht.
Was KI nicht weiß
Dein Business, mit allen Komponenten und Mengenangaben, nimmt KI dir nicht ab. Erst wenn du weißt, was in die Trommel gehört und in welchem Verhältnis, wird die Maschine zum Gewinn.
Wohin die Zeit fließt
Wer Care-Arbeit leistet, kennt beide Seiten. Das Dosieren: wissen, was wirklich gebraucht wird. Und das Auffüllen: Jede gewonnene Minute ist sofort wieder verplant, und kaum jemand sieht, womit.
Hier setzt Care-Coin an. Wir bauen eine Plattform, auf der Care-Arbeit sichtbar wird: Wer Care-Stunden einträgt, bekommt dafür Care Coins, Prämienpunkte, die zeigen, wohin die Zeit tatsächlich fließt.
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Eine Frage an dich: Wofür nutzt du die Zeit, die dir KI spart? → Antworten (10 Sekunden)
Take care 🩷
Titelbild: Emily Chung auf Unsplash